Das Wort des Jahres 2017 lautet ‚Jamaika-Aus’ vor ‚#MeToo’ und ‚Ehe für alle’. Was einerseits eine immer wieder spannende Kür neuer Wortschöpfungen ist und für Kommunikations-Junkies ein ultimativer Beweis dafür, dass „Sprache“ lebt, erlauben sie auf der anderen Seite den wohl kürzesten Jahresrückblick in drei Stichworten. Außerdem geben solche Stichworte natürlich auch Trends in gesellschaftlichen Fragen wieder. Was oft gesagt wurde, muss irgendwie beschäftigen.

Ob nun ‚Jamaika-Aus’, ‚#MeToo’ oder ‚Ehe für alle’ – sie alle haben etwas gemeinsam: Es geht um Gemeinschaft. Um das zusammen Regieren (oder nun halt nicht), um „ich auch“ und die ausgelöste Solidaritätswelle und bei der „Ehe für alle“ um einen Mikrokosmos von gelebter Gemeinschaft im kleinsten Rahmen.

Vielleicht gibt uns das den Anstoß, wieder einmal darüber nachzudenken, was uns ausmacht. Die Frage, die sehr oft von Menschen gestellt wird „was habe ich davon?“ habe ich in Gesprächen bewusst schon oft umgekehrt: „was kannst du denn zur Gemeinschaft beitragen?“. Anschließend gibt’s – testen Sie es aus – immer spannende Diskussionen.

Auch das ist weder neu, noch revolutionär: Der Mensch ist ein Beziehungswesen. Wir sind angelegt auf Beziehungen. Das heißt nicht, dass jeder von uns den gleich starken „Drang“ für Beziehungen hat. Die einen leben davon, mit anderen zusammen sein zu können und blühen erst dann richtig auf, wenn sie jeden Abend bis Mitternacht mit möglichst vielen Menschen in einer Gemeinschaft verbringen können. Manche wiederum tun sich eher schwer damit, ständig um andere herum zu sein und haben es lieber ruhig und beschaulich.

Dennoch sind wir alle als Menschen Beziehungswesen – wir brauchen die Ergänzung und Korrektur durch andere. Denn auch Wachstum erfolgt nur über Gemeinschaft. Wir lernen wesentlich mit und von anderen.

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