Wer Menschen im Umfeld kennt oder gar pflegt, die unter Demenz leiden, weiß, wie schwierig der Umgang mit diesen sein kann. Die physischen und psychischen Belastungen sind hoch. Oft folgen Überforderung und Aggressionen. Die Tatsache, dass einen unter Umständen nächste Angehörige nicht mehr erkennen, macht das Ganze natürlich auch nicht leichter.

Es geht mir nicht darum, Pflegetipps abzugeben. Dafür gibt es genug Fachexperten. Es ist bekannt, dass Kommunikation mit an Demenz erkrankten Menschen sehr anspruchsvoll ist. Auch hier gibt es praktische Ratgeber und v. a. Betreuer/-innen, die selbst viel Erfahrung damit haben.

Mit einer solchen hatte ich letzthin ein Gespräch. Eine Kollegin erzählte, wie sie ihre eigene Mutter, die schwer dement ist, so gut als möglich betreut hat und auch jetzt in der Pflegeabteilung viel mit ihr zusammen ist. Sie hat ein Konzept, wie sie mit ihrer Mutter „Gespräche“ führen kann. Es hat mich beeindruckt, mit welcher Hingabe und Respekt hier Mitmenschlichkeit gelebt wird.

Wir diskutierten intensiv über die Kommunikationsmöglichkeiten mit diesen Menschen. Wer darüber nachdenkt, kommt unweigerlich zur abschließenden Frage: Wären das nicht irgendwie gerade auch diejenigen Punkte, die zur besseren Kommunikation im vermeintlich „normalen“ Alltag mit vermeintlich „gesunden“ Mitmenschen beitragen würden.

Bei der Kommunikation mit Demenzkranken ist das vorrangige Ziel, eine gute Beziehung aufrechtzuerhalten“, sagt Frau Dr. Engel, eine bekannte Demenzforscherin. Der Angehörige kann seinem Partner mit Demenz zeigen, dass er für ihn da ist, ihm das Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit geben – und so für beide ein menschenwürdigeres Leben ermöglichen. Die wichtigsten „Spielregeln“ dafür lauten:

  • Sich in den Patienten hineinversetzen, in seine Welt eintauchen.
  • Orientierung bieten:Nicht nur Informationen geben, sondern gleich noch, warum diese jetzt wichtig sind.
  • Konkret werden: Klar sagen, was man möchte und keine Allgemeinplätze bedienen.
  • Einfach formulieren: Zu komplizierte Sätze sind oft schwer verständlich und überfordern. Deshalb möglichst einfache Wörter verwenden und schwierigen Satzbau vermeiden.
  • Zeit lassen: Menschen mit Demenz ringen oft mit dem richtigen Wort. Nicht einfach reinreden, sondern ihnen Zeit geben, um das Gehörte zu verarbeiten und den passenden Ausdruck zu finden.

Ergo … man lese diese 6 Punkte nochmals durch, erinnere sich an das letzte Mitarbeitergespräch, an das letzte Verkaufsgespräch, an das letzte Gespräch mit dem Ehepartner. Alles klar? Ich rate Ihnen zu einem Intensivtraining, sie werden so viel lernen, wie schon lange nicht mehr …

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